Freie Universität Berlin
Inhibierung von Adenovirusinfektion mittels siRNA vermittelter Blockade adenoviraler Regulations- und Verpackungsgene
Abstract
dc:description.abstractAdenoviren gelten allgemein als Verursacher milder gastrointestinaler und respiratorischer Infektionen sowie von Infektionen der Konjunktiven. In jüngerer Zeit haben sie jedoch zunehmend als Pathogene an Bedeutung gewonnen. So wurden Adenoviren beispielsweise als Verursacher der viralen Myokarditis isoliert. Des Weiteren ist eine Vielzahl von Fällen berichtet worden, in denen Infektionen mit Adenoviren bei immunsupprimierten Patienten, darunter häufig Kinder, zu fulminanten Verläufen mit nicht selten letalem Ausgang führten. Dennoch gibt es bisher keine suffiziente, allgemein anwendbare anti- adenovirale Therapie. Das posttranskriptionelle Gen-Silencing mittels RNA- Interferenz (RNAi) konnte in den letzten Jahren als potenter und vielversprechender Ansatz zur antiviralen Therapie etabliert werden. Dabei vermitteln kurze doppelsträngige RNA-Moleküle, die small interfering RNAs (siRNAs), im Zytoplasma die Bindung ihrer sequenzhomologen Ziel-mRNA und die darauffolgende enzymatische Spaltung. An vielen Beispielen wurde bereits gezeigt, dass sich virale Infektionen durch den Einsatz von synthetisch hergestellten siRNAs oder den verwandten shRNAs (short-hairpin RNAs) effizient inhibieren lassen. Darunter auch bedeutende humanpathogene Viren wie das Hepatitis C Virus, das Hepatitis B Virus oder das HI-Virus. In der vorliegenden Arbeit wurde in vitro untersucht inwieweit sich die Infektion mit Adenovirus Typ 5 durch siRNAs gegen die adenoviralen Gene E1A, Hexon und IVa2 inhibieren lässt. Initial wurde dazu unter vier verschiedenen gegen jedes Zielgen vorliegenden synthetischen siRNAs die effizienteste evaluiert und weiteren Analysen zugeführt. Die sequenzspezifische Wirkung der siRNAs konnte in einem nächsten Schritt nachgewiesen werden. In der vergleichenden Untersuchung der siRNAs zeigten die siRNAs gegen die späten adenoviralen Gene, siHexon und siIVa2, ein deutlich stärkeren inhibitorischen Effekt auf die adenovirale Replikation als die siRNA gegen das frühe Gen E1A, vor allem da sie bereits in niedriger Dosierung effizient wirkten. Kombinationen von siHexon und siIVa2 zeigten zwar additive Effekt, führten jedoch bei dosisäquivalentem Einsatz nicht zu einer verstärkten Inhibierung der adenoviralen Replikation im Vergleich mit Einzelkomponenten. Überraschenderweise konnten bei Betrachtung des zytopathischen Effekts hingegen nur die Kombinationen aus siE1A und siHexon bzw. siIVa2 die Adenovirus vemittelte Zelllyse effizient inhibieren und einen zytoprotektiven Effekt demonstrieren. Eine Kombination aus den siRNAs gegen das frühe Gen E1A und den siRNAs gegen die späten Gene Hexon bzw. IVa2 ist folglich in Bezug auf den anti-adenoviralen Effekt insgesamt überlegen gegenüber der einzelnen Applikation der siRNAs.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Bode, Anne
Subjects
dc:subject × 7Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-8072