Back to search

Freie Universität Berlin

Schwangerschaftsbezogene Veränderungen des NK-Zell-Phänotyps bei Multipler Sklerose

Abstract

dc:description.abstract

Die Schwangerschaft geht mit einer tiefgreifenden Modulation des maternalen Immunsystems einher, welche bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen eine verminderte Krankheitsaktivität bedingt. Im Kontext der Multiplen Sklerose (MS) führt die Schwangerschaft zu einer Reduktion der Schubrate um 70-80 % im dritten Trimester, gefolgt von einem Anstieg der MS-Aktivität in den ersten sechs postpartalen Monaten. Während dieser protektive Effekt der Schwangerschaft auf die MS-Krankheitsaktivität in zahlreichen Studien belegt wurde, sind die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen kaum verstanden. Die natürlichen Killerzellen (NK) könnten hier von Bedeutung sein, so wurde eine erhöhte CD56bright NK-Zell-Frequenz im dritten Trimester der Schwangerschaft bei MS berichtet. Aufgrund ihrer immunregulatorischen Kapazität wird die protektive Rolle der CD56bright NK-Zellen in der MS-Pathogenese diskutiert. Mit Blick auf die Expansion der CD56bright NK-Zellen in der Schwangerschaft bei MS fehlen jedoch weitere Studien, die diese Beobachtung verifizieren und darüber hinaus detaillierte Informationen dazu liefern, wie NK-Zellen zur Protektion vor Autoimmunität während der Schwangerschaft beitragen könnten. Mittels multiparametrischer Durchflusszytometrie zeigt die vorliegende Monografie erstmals im Detail, dass NK-Zellen im Verlauf der Schwangerschaft bei MS einen regulatorischen Phänotyp annehmen. Übereinstimmend mit der bisherigen Literatur wiesen die acht längsschnittlich beobachteten MS-Patientinnen einen signifikanten Anstieg der CD56bright NK-Zell-Frequenz im dritten Trimester der Schwangerschaft auf, gefolgt von einer Reduktion in den ersten drei postpartalen Monaten. Die CD56dim NK-Zellen folgten entsprechend einem inversen Muster. In der vertiefenden Charakterisierung des NK-Zell-Phänotyps fand sich während der späten Schwangerschaft eine erhöhte Expression von NK-Zell-Rezeptoren, die für Zellaktivierung und Zytotoxizität relevant sind, wie etwa die Hochregulierung von NKp46 und NKG2A auf CD56bright und CD56dim NK-Zellen. Mit Hilfe der Algorithmen-basierten Analyse gelang die Identifikation einer CD56bright Subpopulation mit CD16+ NKG2Dhigh NKp46high NKG2Ahigh Phänotyp, die das vorherrschende CD56bright Subset während der Schwangerschaft bildete und in der postpartalen Phase wiederum abnahm. Zusätzlich wiesen die MRT-Aufnahmen in der gleichen Kohorte auf eine postpartale Zunahme der entzündlichen MS-Aktivität, die zeitlich mit der Reduktion der CD56bright NK-Zellen zusammenfiel. Insgesamt deuten die Daten der vorliegenden Arbeit darauf hin, dass die Schwangerschaft bei MS eine Expansion von regulatorischen CD56bright NK-Zellen induziert, die über eine erhöhte Expression verschiedener aktivierender und inhibierender Rezeptoren verfügen. Obwohl die explorativen Ergebnisse dieser Arbeit vorerst in größeren Studien bestätigt werden müssen, wäre denkbar, dass der hier beobachtete Phänotyp eine gesteigerte regulatorische NK-Zell-Aktivität begünstigt und somit z.B. über die Suppression autoreaktiver T-Zellen zur Reduktion der autoimmunen Aktivität während der Schwangerschaft beträgt.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Wisgalla, Anne

Subjects

dc:subject × 4

Rights

Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*

Chain of custody

source
Harvested from
Freie Universität Berlin
Base URL
refubium.fu-berlin.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Wisgalla, Anne. Schwangerschaftsbezogene Veränderungen des NK-Zell-Phänotyps bei Multipler Sklerose. 2022. https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/33601