Freie Universität Berlin
Verschluss nicht-traumatischer steriler Hornhautperforationen mit einem Patch aus Polyurethan
Abstract
dc:description.abstractZiel: Es sollte untersucht werden ob die Übernähung nicht traumatischer, steriler Hornhautperforation mit einem Patch aus Polyurethan eine sinnvolle Methode ist und von welchen Faktoren die Prognose dieses Operationsverfahrens beeinflusst wird. Methode: Wir versorgten 33 Hornhautperforation mit einem Patch aus Polyurethan. In 21 von 33 Fällen wurde zusätzlich ein Sklera- oder Hornhautpatch in den Defekt eingenäht. In 19/33 Fällen wurde zusätzlich Fibrinkleber eingesetzt und 29/33 Fälle erhielten postoperativ Aprotintin Augentropfen. Ergebnis: Das Operationsverfahren war einfach und konnte häufig in topischer Anästhesie durchgeführt werden.. Außer einer reversiblen Neovaskularisation der Hornhautoberfläche, die von der Tragedauer des Patches abzuhängen scheint, traten keine ernsten Komplikationen auf die mit der Patchaufnähung assoziiert wurden. Der Patch ließ sich in allen Fällen unkompliziert nach Durchtrennung der Nähte entfernen oder löste sich spontan. In einem von 33 Fällen zeigte sich am 1 postoperativen Tag eine Fistel, die sich erfolgreich durch Nahtnachlegung schließen ließ. Unmittelbar nach Patchentfernung waren 91%, drei Monate nach OP 82% Perforationen geschlossen. Die Verschlussrate war mit 6 von 10 (60%) gegenüber 20/22 (90%) Fällen schlechter wenn ein immunologisches Grundleiden der Perforation zugrunde lag (p=0,053). Die Prognose scheint durch eine systemische Immunsuppression verbessert zu werden. Die Verschlussrate ließ sich nicht signifikant verbessern durch die zusätzliche Verwendung eines Sklera- oder Hornhautpatches, von Fibrinkleber oder durch die postoperative topische Applikation von Aprotinin. Zeigte sich bei Patchentfernung eine Fistel (3/33) war die Prognose schlecht und 2 von 3 Patienten erlitten einen irreversiblen Funktionsverlust. Im Verlauf trat bei 3 Patienten nach zunächst verschlossener Perforation ein Rezidiv auf, dies konnte in 2 Fällen erfolgreich mit einer erneuten Patchaufnähung verschlossen werden. Ist die Hornhaut bei Patchentfernung vollständig epithelialisiert scheint die Prognose besser, das Ergebnis ist jedoch nicht signifikant. 21 von 33 Fällen erreichten einen Visus von Handbewegungen oder schlechter, doch nur in 5 Fällen wurde am ruhigen Auge eine perforierende Keratoplastik durchgeführt, 3 dieser Fälle erreichten einen Visus von 0,2 bis 0,4. Schlußfolgerung: Nicht traumatische, sterile Hornhautperforation lassen sich umgehend, einfach und erfolgreich mit einem Patch aus Polyurethan schließen so dass die Integrität des Augapfels wiederhergestellt werden kann. Auch mittelfristig lässt sich in 82 % der Fälle ein Verschluss der Perforation erreichen, so dass das Verfahren für diese Anwendung auch im Vergleich zu anderen Verfahren empfohlen werden kann. Aufgrund der schlechteren Prognose bei immunologisch bedingter Perforationsursache ist die Behandlung des Grundleidens wichtig. Bei ruhigem Auge sollte eine perforierende Keratoplastik zur funktionellen Rehabilitation erwogen werden. Da solche Hornhautperforation selten sind, das Patientengut sehr heterogen ist und die neben der Patchaufnähung eingesetzten Therapien variierten, ist trotz der verhältnismäßig großen Patientenzahl eine statistische Analyse und ein Vergleich mit anderen Verfahren schwierig und von eingeschränkter Aussagekraft. Deshalb lässt sich keine eindeutige Aussage ableiten ob das Einnähen eines Sklerapatches, die Anwendung von Fibrinkleber oder Fibrinolysehemmung das Ergebnis günstig beeinflussen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Wach, Tanja
Subjects
dc:subject × 2Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-7158