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Freie Universität Berlin

Die Bohrkanalpositionierung bei der anatomischen Plastik des Ligamentum cruciatum anterius

Abstract

dc:description.abstract

Zusammenfassend konnten wir in den vorliegenden Arbeiten grundlegende Daten für eine individuelle anatomische LCA Plastik erarbeiten. In unserer in vivo Studie an 137 Patienten fanden wir eine große interindividuelle Variabilität des LCA Ursprungs und Ansatzes sowie seiner zwei Bündel. Des Weiteren bestand eine signifikante, aber schwache, Korrelation zwischen den Insertionsgrößen des LCA und morphometrischen Patientendaten wie Gewicht, Größe und BMI. Diese Ergebnisse demonstrieren, dass man sich nicht auf die morphometrischen Daten der Patienten verlassen kann und die Insertionsgrößen ausmessen muss, wenn man die Insertionen möglichst exakt in der Größe rekonstruieren möchte. Weiterhin zeigten wir für die Größe und die Ausrichtung der tibialen Bohrkanalöffnungen, dass neben der Bohrergröße auch die Bohrwinkel einen erheblichen Einfluss haben und für eine individuelle anatomische Rekonstruktion mit in Betracht gezogen werden sollten. Überdies analysierten wir, wieviel Fläche fälschlicherweise i.a. gebohrt wird, wenn die Ausrichtung der Bohrkanalöffnung von der Ausrichtung der anatomischen Insertion abweicht. Dies spielt eine wichtige Rolle, um bei der Bohrung des tibialen Bohrkanals möglichst viel vom nativen Ansatz des LCA zu treffen und um möglichst nicht außerhalb des nativen Ansatzes zu bohren, da in direkter Nachbarschaft wichtige anatomische Strukturen wie die Meniskuswurzel, der Knorpel und das LCP liegen. Zur Bestimmung der genauen Position der intraartikulären Bohrkanalöffnung werden häufig Röntgenbilder verwendet. Tibial wird hierfür z.B. die Amis&Jakob; Linie benutzt. Dafür sollen die Röntgenbilder streng seitlich aufgenommen werden. Fehlrotierte Röntgenaufnahmen wirken sich vor allem beim AM Bündel auf die Messungen der Bohrkanalposition aus. Aus diesem Grund war der nächste Schritt die genaue Feststellung der Position der Zentren des Ursprungs und Ansatzes der beiden Bündel des LCA mittels 3D CT Modellen. Diese Daten dienten zum einen als Referenz für weitere wissenschaftliche Studien; zum anderen bieten diese 3D CT Modelle mit den Bohrkanälen auch für nicht wissenschaftlich tätige Chirurgen eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihre i.a. Position der Bohrkanalöffnungen zu analysieren. Dies liegt an der sehr genauen Nachbildung der ossären Anatomie durch die 3D CT Modellen und an der Möglichkeit, sich seine gewohnte intraoperative Sicht auf die anatomischen Strukturen schnell und unkompliziert durch Rotation des Modells und ggf. temporäre Entfernung von anatomischen Strukturen einstellen zu können. 3D CT Modelle benutzten wir auch, um die transtibiale Bohrkanalposition bei Patienten, die von verschiedenen Chirurgen in der transtibialen Technik operiert worden waren, zu analysieren und mit unseren bekannten anatomischen Positionen zu vergleichen. Hier zeigte sich, dass alle untersuchten transtibial gebohrten Bohrkanäle mit ihrer i.a. Öffnung außerhalb der anatomischen LCA Insertionen lagen. Femoral waren die Bohrkanalöffnungen zu weit anterior und tibial medial des PL Bündels positioniert. Trotz dieser Studie wurde argumentiert, dass es möglich sei, wenn man sich bemühe, auch mit der transtibialen Technik anatomisch die Bohrkanäle zu positionieren. Wir konnten jedoch zeigen, dass dies bei anatomisch positionierten tibialen Bohrkanälen mit der transtibialen Technik seltener möglich ist als mit der Bohrung über den anteromedialen Arthroskopiezugang. Neben der Diskussion um die Positionierung der Bohrkanäle gab und gibt es eine Diskussion über die Notwendigkeit einer DB LCA Plastik mit Rekonstruktion des AM und PL Bündels oder ob es eventuell ausreichend ist, nur eine EB Plastik zu operieren. Im Rahmen der Diskussion wurde die Funktion des PL Bündels in vivo oft angezweifelt. Wie wir zeigen konnten - und damit vorherige biomechanische Ergebnisse an Leichenknien bestätigten - spielt das PL Bündel jedoch eine essentielle Rolle für die anteriore und rotatorische Stabilität des Kniegelenks. Für den langfristigen klinischen Erfolg von LCA Plastiken spielt die Rotationsstabilität des Knies eine wichtige Rolle und zur Testung wird häufig der Pivot Shift Test verwendet. Dieser hat jedoch den Nachteil, dass seine Graduierung sehr subjektiv ist. Wir konnten zeigen, dass mittels eines Testgerätes mit Winkelbeschleunigungssensoren an Unter- und Oberschenkel der Pivot Shift zu detektieren und zu quantifizieren ist.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Kopf, Sebastian

Subjects

dc:subject × 3

Rights

Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*

Chain of custody

source
Harvested from
Freie Universität Berlin
Base URL
refubium.fu-berlin.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Kopf, Sebastian. Die Bohrkanalpositionierung bei der anatomischen Plastik des Ligamentum cruciatum anterius. 2016. https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/2231