Freie Universität Berlin
Persistierende BK-Viruslast im Urin als ein früher Marker für die Entwicklung einer BKV-assoziierten Nephropathie bei nierentransplantierten Patienten
Abstract
dc:description.abstractHintergrund: Die BK-Virusreaktivierung spielt bei der Entwicklung der BK-Virus assoziierten Nephropathie (BKVAN) bei nierentransplantierten Patienten eine kausale Rolle. Infolge der derzeit fehlenden Option einer effektiven antiviralen Therapie steht die frühe Diagnosestellung der BKVReaktivierung an erster Stelle bei der Prävention einer BVKAN. Aufgrund seiner Persisitenz in den uroepithelialen Zellen erfolgt die Ausscheidung vom BK-Virus im Falle einer Reaktivierung zunächst im Urin bevor das Virus die Endothelzellbarriere der Kapillaren durchbricht, in die Blutbahn übergeht und dort detektiert werden kann. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde der prädiktive Wert der BK-Virurie hinsichtlich der Entwicklung einer BK-Virämie sowie einem möglichen zeitlichen Vorteil zur frühen Vorhersage einer BKVAN analysiert. Methode: Zusammenfassend wurden 4128 Urin- und Serumproben von nierentransplantierten Patienten mit Hilfe der real-time PCR auf BK-Viruslast analysiert. Es erfolgte die Untersuchung von insgesamt 433 Patienten anhand einer Querschnittsuntersuchung, von denen 233 Patienten für eine prospektive Longitudinalstudie herausselektiert wurden. In der Längsschnittuntersuchung wurden im Durchschnitt 7 Messungen pro Patient im ersten Jahr post transplantationem durchgeführt. Ergebnisse: Insgesamt konnte bei 7% der Patienten eine BK-Virämie und bei 19% eine BK-Virurie detektiert werden. Persistierende Virurie wies eine Sensitivität von 100% und Spezifität von 94% für eine BK-Virämie auf. Im Gegensatz zu Patienten mit transienter Virurie, wiesen Patienten mit persistierender Virurie eine signifikant höhere Viruslast im Urin auf (p < 0,01). Interessanterweise ging die BK-Virurie stets einer BK- Virämie voraus: Ein Maximum der BKViruslast und der Anzahl viruspositiver Patienten zeigte sich im 3. Monat post transplantationem für die BK-Virurie und im 5. Monat für die BK-Virämie. Eine BKVAN wurde bei 21,4 % der Patienten mit persistierender BK-Virurie diagnostiziert und im Median 5 Wochen nach detektierter BKVirämie und 11 Wochen nach BK-Virurie nachgewiesen. Zusammenfassung: Der Nachweis der persistierenden BK-Virurie ist ein zuverlässiger Marker für die frühe Identifizierung von Hochrisikopatienten bezüglich der Entwicklung einer BKVAN und kann für eine frühzeitige therapeutische Intervention von großem Nutzen sein.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Fendt, Juliane
Subjects
dc:subject × 5Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-17754