University of Freiburg
Zur klinischen Bedeutung der exzentrischen vertikalen Rotation zum Nachweis von Otolithenfunktionsstörungen beim Menschen
Abstract
dc:description.abstractTrotz enormer Fortschritte in der Gleichgewichtsdiagnostik sind die Otolithenorgane in der klinischen Routine bisher weitgehende unbeachtet geblieben. <br>Ziel dieser Studie war es, die klinische Anwendbarkeit eines Otolithenfunktionstests zu überprüfen. Einer gesunden Vergleichsgruppe (n = 20) wurde ein ausgewähltes Patientenkollektiv gegenübergestellt. Die Patienten wiesen entweder einen chronischen einseitigen Vestibularisausfall auf (n = 11) oder litten an Morbus Menière (n = 12). Die Otolithenorgane wurden durch die Zentrifugalbeschleunigung bei vertikaler exzentrischer Rotation mit konstanter Winkelgeschwindigkeit gereizt. Zuvor wurde der biparietale Schädeldurchmesser vermessen und daraus der individuelle Interotolithenabstand berechnet, so daß die Drehachse direkt durch ein Labyrinth verlief, und die Stimulation der außenliegenden Maculae einseitig erfolgte. Die okuläre Gegenrollung als otolith-okulärer Reflex wurde anhand der Irisfotografie objektiv erfaßt und ausgewertet. <br>Die erhobenen bulbären Torsionswinkel bei Stimulation der rechten oder linken Otolithenorgane wurden entsprechend ihrer Drehrichtung, Beträge und Differenz beurteilt. Ein Hauptkriterium bildete die Torsionsrichtung, welche bei allen gesunden Probanden der imaginären Kopfneigung entgegengesetzt war, und damit einer okulären Gegenrollung tatsächlich entsprach. Die Referenzbereiche stellten sich für die Winkelbeträge (0° bis (+) 6° / 0° bis (-) 7°) weiter als für die Differenzen (0° bis 4°) dar. In Anlehnung an diese drei Beurteilungskriterien zeigten 64 (7/11 Personen) der Patienten mit einseitigem Vestibularisausfall und 92 (11/12 Personen) der Patienten mit Morbus Menière einen pathologischen Befund. <br>Die vertikale exzentrische Rotation ist ein geeignetes Reizverfahren zur seitengetrennten selektive Untersuchung der Otolithenfunktion. Eine objektive Meßmethode der okulären Gegenrollung ermöglicht auch die Erkennung chronischer Störungen der Otolithenorgane.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Johst, Ursula
- Contributors dc:contributor
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- Beck, Chlodwig
Subjects
dc:subject × 8Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/217
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:217