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University of Freiburg

Isovalerianazidämie : Klinik, Pathobiochemie und Therapie am Beispiel von 28 Patienten

Abstract

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Die Isovalerianazidämie ist eine Stoffwechselstörung im Abbau der verzweigtkettigen Aminosäure Leucin, der ein Defekt des Enzyms Isovaleryl-CoA-Dehydrogenase zugrunde liegt. In der vorliegenden Arbeit wurden 28 Patienten (15 männlich, 13 weiblich) mit Isovalerianazidämie bezüglich der Diagnostik, des klinischen Verlaufs und der Therapie evaluiert. Dazu wurde von allen Patienten die Krankengeschichte anhand von Fragebögen, Arztbriefen und/oder Krankenakten ausgewertet. 22 dieser Patienten im Alter zwischen 1 und 25 Jahren konnten zusätzlich klinisch, psychologisch und laborchemisch untersucht werden. Eine Konsanguinität der Eltern lag in 39% der Fälle vor. Schwangerschaft, Geburt und frühe Postnatalzeit verliefen bei einem Großteil der Patienten unauffällig. 25% der Patienten wurden im Neugeborenen-Screening diagnostiziert, 43% während der ersten Lebenswochen und 32% nach dem 1. Lebensjahr. Die häufigsten Symptome der Stoffwechselkrisen waren rezidivierendes Erbrechen und Azidose (72% bzw. 58%), als häufigster Trigger metabolischer Entgleisungen fanden sich Gastroenteritiden (26%). Bei einem Drittel der Dekompensationen war kein offensichtlicher Trigger erkennbar. Bei etwa der Hälfte der Patienten kam es auch nach Diagnosestellung noch zu manifesten Stoffwechselkrisen. Die letzte wurde im Alter von 11 Jahren beobachtet. Die körperliche Entwicklung verlief bei der Mehrzahl der Patienten unauffällig, bei einigen Kindern traten jedoch zwischenzeitlich Gedeihstörungen auf. Auch die geistige Entwicklung war bei 73% der Patienten nicht beeinträchtigt. Der IQ korrelierte mit dem Zeitpunkt der Diagnosestellung, nicht aber mit der Anzahl der Entgleisungen. Eine mäßig eiweißreduzierte Diät mit 1-1,5 g/kg KG wurde von den meisten Patienten gut toleriert. Eine Kombinationstherapie mit Carnitin und Glycin zeigte im Hinblick auf die Vermeidung von Stoffwechselkrisen keinen Vorteil gegenüber einer Carnitin-Monotherapie. Interindividuelle Unterschiede in der Isovalerylglycinausscheidung und dem Isovalerylcarnitinwert im Trockenblut korrelierten nicht eindeutig mit dem klinischen Bild bzw. dem Schweregrad der Erkrankung. Beide Parameter zeigten zudem starke intraindividuelle Schwankungen und eignen sich nicht zur Verlaufskontrolle der Isovalerianazidämie. Daher bedürfen die Patienten eines sorgfältigen klinischen Monitorings. Entscheidend für ein gutes Outcome der Patienten ist die frühzeitige Diagnose durch Neugeborenen-Screening, die Vermeidung von Stoffwechselentgleisungen durch frühzeitige Intervention und eine langfristige, gute Therapieeinstellung. Letztere scheint entweder mit einer kombinierten L-Carnitin-Glycinsubstitution oder einer L-Carnitin-Monotherapie auf der Basis einer eiweißreduzierten Diät möglich zu sein.

Author and committee

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Author dc:creator
  • Grünert, Sarah
Contributors dc:contributor
  • Schwab, Karl Otfried

Subjects

dc:subject × 10

Identifiers

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Repository record source_url
https://freidok.uni-freiburg.de/data/1790
OAI identifier oai:identifier
oai:freidok.uni-freiburg.de:1790

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University of Freiburg
Base URL
freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php
Last updated
2026-07-24
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OAI-PMH GetRecord
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Grünert, Sarah. Isovalerianazidämie : Klinik, Pathobiochemie und Therapie am Beispiel von 28 Patienten. https://freidok.uni-freiburg.de/data/1790