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University of Freiburg

Enkodierung erwartungskongruenter und erwartungsinkongruenter Information

Abstract

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Viele Studien zeigen, dass unerwarteten Stimuli verstärkt Aufmerksamkeit zuteil wird, und zahlreiche Autoren berichten einen Rekognitionsvorteil erwartungsinkongruenter Information. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird die Frage untersucht, ob dieser Effekt auf unterschiedliche perzeptuelle und konzeptuelle Enkodierung erwartungskongruenter und erwartungsinkongruenter Information zurückzuführen ist, und, wenn das der Fall ist, inwiefern kognitive Belastung diesen Enkodierungsunterschied beeinflusst. <br>Verschiedene Erklärungsansätze wurden für diesen Effekt formuliert. Die auf der Mismatch-Theorie basierende Enkodierflexibilitätshypothese nimmt für Bedingungen unbeschränkter kognitiver Ressourcen keine Enkodierungsunterschiede kongruenter und inkongruenter Information an. Zentral für diesen Ansatz ist ein effizienter Ressourcenallokationsmechanismus: Sind die kognitiven Ressourcen beschränkt, setzt dieser die verbliebene Aufmerksamkeit zur perzeptuellen Enkodierung inkongruenter Information ein, während erwartungskongruente Information, die vor dem Wissenshintergrund von einer Verarbeitungsflüssigkeit profitiert, vorwiegend konzeptuell verarbeitet wird. <br>Die Aufmerksamkeits-Elaborations-Ansätze postulieren eine Aufmerksamkeitszuwendung zugunsten erwartungsinkongruenter Information und eine darauf folgende Zunahme der kontrollierten und elaborativen konzeptuellen Enkodierung inkongruenter Information. Diese - ressourcenintensive - Elaboration erfolge jedoch nur bei ausreichend verfügbaren kognitiven Kapazitäten. <br>Sechs Experimente im Conjoint-Recognition-Paradigma wurden durchgeführt, um erstmals die Effekte der Erwartungskongruenz auf perzeptuelle und konzeptuelle Gedächtnisspuren sowie den Einfluss kognitiver Belastung auf erwartungskongruenzbasierte Enkodierungsunterschiede zu untersuchen. Im Paradigma der seriellen Informationsdarbietung wurden erwartungskongruente und -inkongruente Stimuli dargeboten und sollten in einem anschließenden Gedächtnistest von (bedeutungsverwandten und nicht-bedeutungsverwandten) Distraktoren unterschieden werden. In drei Experimenten wurden geschlechtstypische und -atypische Berufsbezeichnungen als Stimuli verwendet, die, kombiniert mit männlichen und oder weiblichen Vornamen, erwartungskongruente oder -inkongruente Paarungen ergaben. In drei weiteren Experimenten wurden mit einem Situationsskript kongruente und inkongruente Handlungsbeschreibungen als Stimuli verwendet. Zusätzlich wurde in diesen Experimenten die Darbietungsform manipuliert: ein Teil der Stimuli wurde in fragmentierter Form dargeboten, was zu einer erhöhten Aufmerksamkeitszuwendung führen sollte. Eine Beschränkung verfügbarer kognitiver Ressourcen wurde in diesen Experimenten in einem Zweitaufgabenparadigma durch das Memorieren einer achtstelligen Zahl oder das Generieren zufälliger Zahlenfolgen erreicht. <br>Ein perzeptueller Inkongruenzvorteil wurde in Bedingungen ohne Zweitaufgabe gefunden; kognitive Belastung reduzierte diesen perzeptuellen Inkongruenzvorteil. In Bedingungen kognitiver Belastung trat kein perzeptueller Inkongruenzvorteil auf. Ein in Bedingungen ohne Zweitaufgabe ebenfalls gefundener konzeptueller Inkongruenzvorteil wurde ebenfalls durch kognitive Belastung reduziert. Es zeigte sich darüber hinaus ein perzeptueller und konzeptueller Enkodierungsvorteil von fragmentiert dargebotenen Items. <br>Der Aufmerksamkeits-Elaborations-Ansatz kann diese Befunde gut erklären; das Befundmuster widerspricht der Hypothese der Enkodierflexibilität. Die in der vorliegenden Untersuchung durchgeführte Messung perzeptueller und konzeptueller Gedächtnisspuren liefert einen starken empirischen Beleg gegen eine verstärkte perzeptuelle Enkodierung inkongruenter Information unter kognitiver Belastung.

Author and committee

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Author dc:creator
  • Stahl, Christoph
Contributors dc:contributor
  • Klauer, Karl Christoph

Subjects

dc:subject × 8

Identifiers

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https://freidok.uni-freiburg.de/data/1586
OAI identifier oai:identifier
oai:freidok.uni-freiburg.de:1586

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University of Freiburg
Base URL
freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Stahl, Christoph. Enkodierung erwartungskongruenter und erwartungsinkongruenter Information. https://freidok.uni-freiburg.de/data/1586