University of Freiburg
Ventrikuläre Tachyarrhythmien und der plötzliche Herztod bei Patienten nach Herzschrittmacherimplantation
Abstract
dc:description.abstractDer plötzliche Herztod zählt zu den häufigsten Todesursachen während permanenter Schrittmachertherapie des Herzens und tritt mit einer Häufigkeit von 10% bis 31% auf. Im Rahmen der vorgelegten Arbeit durchgeführte Untersuchungen zeigten einen Anteil von 12% plötzlichen Herztoden unter den Patienten der Schrittmacherambulanz des Universitätsklinikums Freiburg, die 2000 und 2001 verstorben waren. <br>Die EVENTS-Studie als weiterer Bestandteil dieser Arbeit konnte das Vorkommen ventrikulärer Tachykardien bei Herzschrittmacherpatienten quantitativ und qualitativ belegen. Bei 26% der untersuchten Patienten wurden ventrikuläre Tachykardien in gespeicherten intrakardialen Elektrogrammen nachgewiesen. 10% der Patienten zeigten potentiell maligne Formen ventrikulärer Arrhythmien (anhaltende Tachykardien mit Frequenzen über 180 min-1). <br>Die Analyse von ventrikulären Tachykardien bei Herzschrittmacherpatienten, die mittels Langzeit-EKG dokumentiert wurden, veranschaulichte als dritter Teil dieser Arbeit die Bedeutung der Interaktion von ventrikulären Ektopien und Schrittmacherstimulationen für die Arrhythmogenese. Verschiedene Mechanismen konnten dargestellt werden. Häufig beruhten sie auf Wahrnehmungsdefiziten der Herzschrittmacher bezüglich ventrikulärer Extrasystolen. Es ist bekannt, das AV-Blockierungen und Erregungsausbreitungsstörungen ebenso wie akute Ischämien und ventrikuläre Tachy-kardien diese Wahrnehmungsstörungen bedingen können. <br>Damit übereinstimmend zeigten die Untersuchungen im Rahmen dieser Arbeit, dass der AV-Block die führende Implantationsindikation bei den plötzlich verstor-benen Patienten des Universitätsklinikums Freiburg war. Der Anteil an AV- Blockierungen bei den Patienten mit nachgewiesenen ventrikulären Tachykardien der EVENTS-Studie war im Vergleich zum Gesamtkollektiv ebenfalls erhöht. <br>Für die Zukunft sind weiterführende klinische Studien mit modernsten Herz-schrittmachermodellen, die über hochentwickelte diagnostische Möglichkeiten verfügen, von Bedeutung. So kann das Verständnis für die Risikofaktoren und Mechanismen des plötzlichen Herztodes während Herzschrittmachertherapie weiter verbessert werden. Der implantierbare Kardioverter Defibrillator kann als therapeutische Option bei Hoch-risikopatienten in Erwägung gezogen werden, da er antitachykarde Funktionen mit antibradykarder Stimulation vereint.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Gradinger, Robert
- Contributors dc:contributor
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- Faber, Thomas
Subjects
dc:subject × 3Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1570
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1570