Abstract
dc:description.abstractDas kolorektale Karzinom zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Europa. Mit einer Inzidenz von 81 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner lag Deutschland im Jahr 2000 europaweit an erster Stelle. Für die Prognose des kolorektalen Karzinoms dominiert die Qualität der chirurgischen Erstbehandlung, die durch den Pathologen einer direkten Evaluation unterliegt. Zahlreiche Leitlinien fordern daher hohe qualitative Standards in der pathologischen Befundung, um anhand von Qualitätsindikatoren die Prognose des Patienten einschätzen zu können. <br>In der vorliegenden retrospektiven Studie wurden 777 Pathologieberichte kolorektaler Karzinome (BIOPSIEN, POLYPENEXSTIRPATIONEN, VOLLWANDRESEKTIONEN, Operationspräparate) anhand vordefinierter Qualitätsindikatoren ausgewertet. Die Daten stammten aus einer Gemeinschaftspraxis für Pathologie in Freiburg und einem Kollektiv anderer pathologischer Institute in Südbaden. Entsprechend wurden die Pathologieberichte von Operationspräparaten in zwei Gruppen (EIGEN-/ FREMDOPERATIONSPRÄPARATE) aufgeteilt und miteinander verglichen. Nach statistischer Auswertung ergaben sich hoch signifikante Unterschiede (p_0,001) hinsichtlich des Anteils an Frühkarzinomen, an muzinösen Adenokarzinomen, des Nachweises von Lymphgefäß-/Veneninvasion , des Anteils der Patienten mit weniger als 12 untersuchten Lymphknoten und der Dokumentation einer R1-Situation bei makroskopischem R0-Befund. Ferner wiesen auch die Tumorlokalisation, Operationstypen, regionäre Nebenbefunde, Präparatbeanstandungen, Grenzlymphknoten, Tumorstaging, Grading und die R-Klassifikation hoch signifikante Differenzen auf. Diese Resultate verdeutlichen, daß erhebliche Defizite in der standardisierten pathologischen Befundung bestehen und die geforderten Qualitätsstandards in dem Kollektiv anderer pathologischer Institute (FREMDOPERATIONSPRÄPARATE) nicht eingehalten wurden. <br>Die Hauptproblematik lag folglich in der mangelhaften Umsetzung empfohlener Leitlinien, wofür das Wissen und Können des Pathologen sowie wirtschaftliche Faktoren verantwortlich gemacht werden. Weiterhin ergaben sich auch Defizite hinsichtlich chirurgischer Standards, die auf Mängel im kurativen Ansatz radikulärer onkologischer Chirurgie hinweisen. <br>Zukünftig müssen Methoden entwickelt werden, um Qualitätsstandards für das kolorektale Karzinom in den klinischen Alltag zu integrieren. Nur dann kann dem Patienten eine adäquate medizinische Versorgung auf der Basis hoher qualitativer Standards geboten werden, die ihm in Abhängigkeit des Tumorstadiums eine bestmögliche Prognose garantiert.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Kohout, Kathrin Maria
- Contributors dc:contributor
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- Koch, Herbert Kurt
Subjects
dc:subject × 4Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1560
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1560