Back to search

University of Freiburg

Externe Qualitätsmessung in Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen

Abstract

dc:description.abstract

Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen in Deutschland befinden sich in Trägerschaft der Wohlfahrtsverbände, die unter dem Dach der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung/Deutsches-Müttergenesungswerk zusammengeschlossen sind, oder in freier Trägerschaft. Das ganzheitliche Behandlungskonzept der Einrichtungen bezieht sich auf ein bio-psycho-soziales Krankheitsverständnis, greift mütterspezifische Themen in der Behandlung auf und berücksichtigt die Konstellation der Patientinnen im Familiensystem. Diese Konzeption stimmt mit Erkenntnissen der Frauengesundheitsforschung überein, die u. a. besagen, dass Frauen im Zusammenhang mit Haus-, Familien- und Erziehungsarbeit sowie Erwerbstätigkeit multiplen Stressoren ausgesetzt sind, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. <br> Mutter-Kind- und Mütter-Maßnahmen sind seit 1989 im SGB V verankert und damit ein fester Bestandteil der rehabilitativen Versorgung. Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen sind dazu verpflichtet, an externen Qualitätssicherungsmaßnahmen teilzunehmen, um die Qualität der Behandlungsprozesse zu dokumentieren. Seit Mitte der 90-er Jahre wird vom Forschungsverbund an der Medizinischen Hochschule Hannover im Bereich der Mutter-Kind-Rehabilitation Qualitätssicherung durchgeführt. Das vorliegende Projekt stellt einen zweiten Qualitätssicherungsansatz für Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen dar, der sich in seiner Konzeption weitgehend an die Programme der gesetzlichen Kostenträger anlehnt, zusätzlich jedoch die spezifischen Gegebenheiten in Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen berücksichtigt. <br> Das Projekt „Qualitätsprofile für Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen“ ist in seiner Konzeption als externe Qualitätsmessung zu verstehen und konnte in 52 Mutter-Kind- und 11 Mütter-Einrichtungen erfolgreich implementiert werden. Mit dem Ziel, die Behandlungsqualität in den Einrichtungen zu verbessern und zu dokumentieren wurden in jeder Einrichtung Daten zu den Dimensionen Struktur-, Ergebnis- und Prozessqualität sowie Patientinnen- und Mitarbeiterinnenzufriedenheit im Erwachsenen- bzw. im Kinderbereich erhoben. Die Ergebnisse wurden jeder Einrichtung in Form eines Berichts zurückgemeldet, der als Qualitätsprofil bezeichnet wird. Im Qualitätsprofil finden sich sowohl einrichtungsbezogene wie auch einrichtungsvergleichende Ergebnisdarstellungen. <br> Die Fragestellungen der vorliegenden Arbeit beziehen sich auf die Eingangsbelastungen der Mütter, auf die Qualität der Behandlungsprozesse, auf Behandlungseffekte sowie auf die Beurteilung der Einrichtungen durch die Mitarbeiterinnen. Zudem wird über die Ergebnisse der Evaluation des Gesamtprojekts berichtet, woraus sich einige Aspekte für eine Weiterentwicklung des Programms ergeben. <br> Insgesamt wurden Daten von 9.894 Frauen und von 6.717 Kindern analysiert. Zur Beurteilung der Prozessqualität wurden Behandlungsverläufe von 855 Familien bewertet. Von 61 Einrichtungen liegen Strukturdaten vor, die eine differenzierte Beschreibung der teilnehmenden Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen ermöglichen. 25 Einrichtungen haben sich zusätzlich für die Teilnahme an einer Befragung der Mitarbeiterinnenzufriedenheit entschieden. <br> Im Vergleich zur Normstichprobe sind die Frauen, die in Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen behandelt wurden, gesundheitlich erheblich belastet. Auch bei der Mehrzahl der Kinder liegen nach Einschätzung der Ärzte in den Einrichtungen behandlungsbedürftige Erkrankungen vor. Entsprechend ihrem Anspruch behandelten die Einrichtungen ihre Patientinnen und Patienten nach einem Konzept, das medizinisch, psychosozial und pädagogisch geprägt war. Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich der medizinischen Betreuung werden z. T. sichtbar. Die Zufriedenheit der Patientinnen mit dem Behandlungsangebot ist sehr groß. Besonders der Umstand, dass sich das Behandlungskonzept ausschließlich an Frauen wendet, wird von zwei Dritteln der Patientinnen begrüßt. Subjektiv beschriebene Verbesserungen im Gesundheitszustand beziehen sich sowohl bei Behandlungsende als auch sechs Monate nach Behandlungsende besonders auf die Dimensionen „Schmerzen und Symptome“ sowie „Psychische Belastungen“. Weitgehend starke kurz- und mittelfristigen Behandlungseffekte zeigen sich bei den Patientinnen zudem in den Bereichen „vegetative Beschwerden“, „vitale Erschöpfung“ sowie „Depressivität“. <br> Kinder zwischen drei und zehn Jahren scheinen kurz- und mittelfristig ebenfalls von der Behandlung zu profitieren. Nach Einschätzung der Mütter verbessert sich der Gesundheitszustand der Kinder bei Behandlungsende und zum Katamnesezeitpunkt nach sechs Monaten signifikant, wobei mittlere bis starke Effektstärken errechnet werden konnten. <br> Die Analysen hinsichtlich der Mitarbeiterinnenzufriedenheit ergeben, dass die einrichtungsinterne Organisation und Kommunikation verbessert werden kann. Zusammenhänge zwischen der Mitarbeiterinnen- und Patientinnenzufriedenheit zeigen, dass eine von den Mitarbeiterinnen positiv beurteilte interne Kommunikation mit einer höheren Zufriedenheit der Patientinnen hinsichtlich „Klinikatmosphäre“, „Psychosozialer Therapie“ und „Behandlungsplan und –ziele“ einhergeht. <br> Diese insgesamt positiven Ergebnisse sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den einzelnen Qualitätsdimensionen zwischen den einzelnen Einrichtungen z. T. erhebliche Unterschiede bestehen. Dabei werden in einigen Bereichen Qualitätsprobleme deutlich, die ein gezieltes internes Qualitätsmanagement erforderlich machen. <br>Die Mehrzahl der Einrichtungen gibt an, dass die Ergebnisse des Qualitätsprofils in der Einrichtung diskutiert wurden und in einigen Fällen zu Veränderungen geführt haben. Außerdem wurde der Ergebnisbericht vielfach zur Außendarstellung genutzt. Dies entspricht den formulierten Projektzielen. Hauptkritikpunkt, der von den Einrichtungen geäußert wurde, ist der hohe Personal- und Zeitaufwand während der Datenerhebung. Um diesem Argument zu begegnen, werden verschiedene konzeptuelle Weiterentwicklungen wie z. B. eine Verringerung des Datenaufkommens oder Umstrukturierungen im Ablaufplan der Studie zur Diskussion gestellt.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Meixner, Katja
Contributors dc:contributor
  • Bengel, Jürgen

Subjects

dc:subject × 9

Identifiers

dc:identifier.*
Repository record source_url
https://freidok.uni-freiburg.de/data/1419
OAI identifier oai:identifier
oai:freidok.uni-freiburg.de:1419

Chain of custody

source
Harvested from
University of Freiburg
Base URL
freidok.uni-freiburg.de/oai/oai2.php
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Meixner, Katja. Externe Qualitätsmessung in Mutter-Kind- und Mütter-Einrichtungen. https://freidok.uni-freiburg.de/data/1419