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Universität Bayreuth

Trauma in Chinese North American Fiction

Abstract

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Als Trauma wird ein qualvoller Zustand bezeichnet, der zu einer Destabilisierung des individuellen und kollektiven Wohlbefindens führt und besondere Herausforderungen an unser Leben stellt. Diese Studie untersucht das Phänomen Trauma als interpretatives Werkzeug sowie als strategischen Tropus und hat sich zum Ziel gesetzt, Traumata in der chinesisch-nordamerikanischen Literatur zu untersuchen. Dabei liegt der spezielle Fokus auf Fragen häuslicher Gewalt, sozialer Unterdrückung und sozialer Ungerechtigkeit. Gestützt auf Theorien zur Traumaforschung der Psychologie, Sozialwissenschaften und Literaturwissenschaft hat diese Studie den Anspruch, herauszuarbeiten, wie wissenschaftliche Theorien über Traumata mit fiktionalen Traumadarstellungen in Romanen korrelieren - und wie beide Perspektiven Verständnisse von traumatischen Erlebnissen bereichern können. Dabei werden Kenntnisse, die aus den Interpretationen gewonnen werden, in die Traumatheorie zurückgeführt. Diese Studie versucht zudem, die Interpretationsmöglichkeiten über die Vorstellung von Traumata zu erweitern, indem die psychologisch-physiologischen Aspekte von menschlicher Verzweiflung, hervorgerufen durch Immigration, in die Untersuchung mit einbezogen werden. Durch die Analyse der Dynamik der Einwandererfamilie, die in Lan Samantha Changs Roman Hunger (1998, USA) dargestellt wird, soll aufgezeigt werden, dass Immigration an sich nicht zwangsläufig Traumata hervorrufen muss. Vielmehr sind die vorhergehenden persönlichen Lebenserfahrungen (sog. Prä-Immigrationsbedingungen) sowie die akkumulierten Post-Immigrationserfahrungen der Auslöser von Traumata für die chinesisch-amerikanischen Romancharaktere. Zudem richtet diese Studie den Fokus auf Traumata, die, durch Rassismus und Doppel-Identität hervorgerufen, bei der chinesischen Minderheit in Kanada bestehen. Durch das Studium des Romans Banana Boys (2000, Kanada) von Terry Woo in Verbindung mit Artikeln über Rassismus-bezogene Traumata von Bryant-Davis und Ocampo sowie DuBois’ Konzept des "Doppel-Bewusstseins" versucht diese Arbeit aufzuzeigen, wie die andauernde Bedrängnis sich bereits im Bewusstsein der chinesischen Migrant_innen verwurzelt hat. Jene Bedrängnis, provoziert durch wiederholten Rassismus sowie durch Verleugnung der eigenen kulturellen Authentizität, führt zu einem zerrissenen Selbstwertgefühl sowie zu Zweifeln an der eigenen „kulturellen Zugehörigkeit“. Weiterhin versucht diese Studie, den historischen Zusammenhang zwischen kollektivem Trauma auf nationaler Ebene einerseits und Traumaerfahrungen der Person auf individueller Ebene andererseits analytisch zu durchdringen. Anhand einer Fallstudie zur chinesischen Kulturrevolution, wie sie in Yan Lis Werk Lily in the Snow (2009, Kanada) repräsentiert ist, will diese Arbeit beweisen, dass dieses politische Ereignis einen massiven Einfluss auf zwei Generationen von Chines_innen hatte, deren Glaubenssätze und Lebenswege durch die sinnlose Grausamkeit dieser staatlichen Aktion geprägt worden sind. Diese Dissertation argumentiert weiterhin am Beispiel der Kulturrevolution, dass für diktatorische Gesellschaftssysteme einfache Schemata, die nach Opfer hier und Täter dort differenzieren, nicht tragen können, weil es zum Wesen solcher Systeme gehört, Opfer in Schuld (gefühle) zu verwickeln. Schließlich wird diese Studie beschreiben, wie der Roman The Bonesetter’s Daughter (2001, USA) von Amy Tan die Fehlkommunikation zwischen Müttern und Töchtern, Geistergeschichten sowie die verwundeten und mit körperlichen Narben übersäten Überlebenden von traumatischen Situationen als stilistische Mittel nutzt, um Traumata zu porträtieren. Ferner demonstriert der Roman, wie die Akkumulation von aufdringlichen traumatischen Erinnerungen über die Jahre hinweg zu einer Dringlichkeit und Notwendigkeit führen, diese Traumata durch den Akt des Schreibens und Übersetzens loszulassen. Diese Arbeit soll zeigen, dass jene Akte des Schreibens und Übersetzens wie durchgeführte kulturelle "Exorzismen" wirken. Deren Zweck ist es nicht, die Erinnerungen an Traumata völlig auszulöschen, sondern ihre tieferliegende existenzielle Bedeutung herauszufinden, um einen gerechtfertigten Frieden mit der Vergangenheit schließen zu können. Damit leistet die vorliegende Studie einen wichtigen Beitrag zur Theoretisierung von (fiktionalen Repräsentationen von) Trauma im transkulturellen Kontext.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Bayreuth
Year
2015

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Fu, Lin
Contributors dc:contributor
  • Arndt, Susan

Identifiers

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Repository record source_url
https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/2159/
OAI identifier oai:identifier
oai:epub.uni-bayreuth.de:2159

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Harvested from
Universität Bayreuth
Base URL
epub.uni-bayreuth.de/cgi/oai2
Last updated
2026-07-27
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Fu, Lin. Trauma in Chinese North American Fiction. thesis.doctoral thesis, Universität Bayreuth, 2015. https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/2159/